Eine Multimedia Reportage zum Thema

Glücklichsein!
 

Was begeistert uns? Was bewegt uns? Die Antwort: Das Leben! 

Wir Leben in einem Zeitalter, in dem man ziemlich viel Zeit damit verbringt, unbefriedigende Dinge zu tun, um schließlich die Dinge zu tun, die wir eigentlich tun möchten. Besser gesagt: wir arbeiten viel und hart um letztendlich Zeit in unsere Hobbys, die Familie oder einen Traum zu investieren. Dabei streben wir (bewusst oder unbewusst) immer nach einem glücklichen Leben. Leider gibt es für das Glück im Leben kein Geheimrezept oder eine Zauberformel, aber wir können durch Erzählungen Anderer etwas lernen und dadurch dem eigenen Glück vielleicht etwas näherkommen. Wir, 4 Studentinnen der SRH Hochschule Heidelberg, haben es uns zur Aufgabe gemacht Antworten auf die Frage: WAS MACHT EIN GLÜCKLICHES LEBEN AUS? zu finden. 

 

Senioren berichten

rückblickend auf ihr Leben:

Frau Margy Grabski:

"Ich bin dankbar, glücklich bin ich aber nicht. Und werde es auch nie wieder sein!"

Frau M.:

"Es gibt in meinem Leben ganz viele Höhen und Tiefen!"

Welcher war der glücklichste Tag in Ihrem Leben?

Als ich meine Prüfung zur Lehrerin gemacht habe und in der Lage war, meine 3 Kinder allein großzuziehen!

 

Was ist ihr Lebensweg: Karriere, Kinder, Liebe?

Ich bin 80, und war zweimal verheiratet. Mein Mann ist verstorben, weshalb ich seit zweieinhalb Jahren hier im Heim lebe. Groß geworden bin ich mit 3 jüngeren Geschwistern. Ich habe sehr früh geheiratet, weil ich aus dem Elternhaus weg wollte. Das war keine kluge Entscheidung: Ich hatte 3 Kinder, aber die Ehe verlief nicht gut. Mit 29 fasste ich dann den Entschluss, selbst etwas tun zu müssen, um Geld zu verdienen und habe gemacht, was am schnellsten zum Ziel führte: Nämlich Grundschullehrerin.

Nachdem meine Kinder selbst erwachsen waren, war ich 2 Jahre in Paris, wo ich meinen zweiten Mann kennengelernt habe. Vor 3 Jahren ist er gestorben, weshalb ich jetzt hier bin.

Ein Höhepunkt in Ihrem Leben?

Es gibt so viele Höhen und Tiefen, ich kann nicht von einem reden! Aber ich finde es sehr schön, dass meine Kinder jetzt selbst groß sind und Kinder haben und nachholen können,

was sie in ihrer Studentenzeit versäumt haben. Wir probieren oft etwas Neues aus und gehen neben den “ausgetretenen” Wegen, das macht das Leben lebenswert.

 

Und welches waren die Tiefpunkte in Ihrem Leben?

Die damalige Scheidung und das Wissen, dass meine Kinder ohne Vater groß werden müssen. Außerdem war ein Tiefpunkt der Tod meines jüngeren Bruders, der mit 34 Jahren von uns schied und 4 kleine Kinder hinterließ. Dann der Selbstmord meines jüngsten Bruders und als meine Schwester an Leukämie erkrankte und geistig behindert wurde. 

 

Bereuen Sie etwas oder würden etwas anders machen?

Ohja. Gern würde ich meinen Kindern mehr Freiheit geben. Ich wurde selbst sehr streng erzogen und habe es zwar schon besser gemacht. Aber nicht gut genug.

Haben Sie einen Rat für die jüngere Generation?

Nicht immer nur die ausgetretenen Wege gehen, sondern auch nach rechts und links gucken! Es lebt nur der, der sich am Leben freut!

Frau W.:

"Als ich meinen ersten Sohn im Arm hielt, das war sehr bedeutend."

Frau Schweinfurt-Marbi:

"Ich möchte ein lebenswertes Leben führen!"

Ich bin 87 Jahre alt, komme aus Wien und bin über eine Freundin nach Heidelberg gekommen. Ich habe 30 Jahre in Frankreich gelebt und komme von der Côte-d’Azur hierher. Es ist ein bisschen schwierig sich hier einzugewöhnen, aber… naja.

 

Welcher war der glücklichste Tag in Ihrem Leben?

Ich habe viele glückliche Tage gehabt, aber ich glaube es war insgesamt die Ehe mit meinem zweiten Mann. 

 

Was ist ihr Lebensweg: Karriere, Kinder, Liebe?

Kinder habe ich keine, ich selbst war ein Kriegskind und bin gleich nach dem Krieg zu Freunden nach Schweden gegangen. Dort war ich 2 Jahre, aber leider hatte ich keine Ausbildung, keinen Schulabschluss, und ich wusste nicht was ich machen sollte. Jedoch war mein Traum immer gewesen, in die Mode zu gehen. Dort habe ich mich durchgearbeitet, bis ich in der Führung und im Einkauf eines eleganten Modegeschäfts war. Für meine erste Ehe bin ich nach Stuttgart gezogen und habe dann mit ihm in Düsseldorf gelebt. Nach der Scheidung siedelte ich mit meinem zweiten Mann nach Frankreich über,

wo wir 30 Jahre lebten, was für mich die schönste Zeit war. Nach 20 Jahren starb mein Mann an Krebs. Ich hatte Probleme mit der Wirbelsäule, weshalb ich nicht mehr allein leben konnte. Deshalb kam ich dann über besagte Freundin nach Heidelberg und in dieses Heim. 

 

Ein Höhepunkt in Ihrem Leben?

Das war wohl, dass ich beruflich erreicht habe, was ich wollte und mein Vater unversehrt aus dem Krieg nach Hause kam. Außerdem natürlich meine zweite Ehe und dass ich mit ihm am Meer leben konnte.

 

Und welches waren die Tiefpunkte in Ihrem Leben?

Das… war als meine erste Ehe auseinander ging und mein zweiter Mann gestorben ist. Heute ist es mein Alter - dass jetzt alles so anders ist. Ich bin sehr zufrieden und dankbar hier, aber glücklich… bin ich nicht und werde es auch nie wieder sein. Das muss man in diesem Alter wohl so akzeptieren.

 

Haben Sie einen Rat für die jüngere Generation?

Ohja! Erlernen Sie vor allem einen Beruf, in dem sie glücklich sind und pflegen Sie gute Freundschaften!

Welcher war der glücklichste Tag in Ihrem Leben?

Der Tag an dem ich meinen ersten Sohn im Arm hielt. Das hat mir sehr viel bedeutet.

 

Was ist ihr Lebensweg: Karriere, Kinder, Liebe?

Ich bin 77 Jahre alt und wohne seit 6 Jahren hier im Heim. Seit 1962 lebe ich in Heidelberg. Über 45 Jahre habe ich in meinem Haus hier in der Nähe gewohnt. Dann hatte ich diverse Krankheiten, meine 2 Söhne fanden dieses Heim und endlich konnte ich aus der Psychiatrie, in der ich zuletzt wegen Depressionen war, weggehen. Erst dachte ich es würde mir schwer fallen, ohne Arbeit und allein zu Haus. Aber es ging ganz gut. Jetzt muss ich mich an mein reduziertes Leben gewöhnen. Ich kann nicht mehr Bus und Bahn fahren, weil ich in beidem gestürzt bin. Die Bewegungsfreiheit ist so eingeschränkt, wenn man überallhin nur mit dem Taxi kommt.

Ein Höhepunkt in Ihrem Leben?

Das war wie erwähnt die Geburt meines Sohnes. Und wohl, dass ich ganz viel gereist bin und dabei viel gesehen habe! 

 

Und welches waren die Tiefpunkte in Ihrem Leben?

Ich würde sagen, das war meine Scheidung und folgend die Notwendigkeit, im Haus alles alleine zu regeln. Zum Glück hatte ich schließlich keine finanziellen Sorgen, weil ich gut geerbt habe und so nicht von den Unterhaltszahlungen meines Ex-Mannes abhängig war. 

 

Haben Sie einen Rat für die jüngere Generation?

Schwierig… Aber ich würde sagen: Seid immer neugierig!

 

Finden Sie, dass Sie irgendeine Zeit in ihrem Leben verschwendet haben?

Ne ganze Menge Alltag! All die kleinen Dinge, die getan werden müssen. Aber sonst… nichts!

Letzten Monat wurde ich 75 Jahre alt und ich bin ein typisches Produkt meiner Generation. 

 

Welcher war der glücklichste Tag in Ihrem Leben?

Oh! Wenn ich damit anfange, werde ich nicht mehr fertig! Ich habe viele glückliche und glücklichste Tage gehabt, das kann ich nicht entscheiden! Jedoch gehört die Geburt meiner Tochter dazu, um ein Beispiel zu nennen. Andernfalls bezeichne ich mich als Glückskind: Wenn sich irgendwelche Probleme ergeben haben, ergaben sich auch immer Lösungen dafür.

 

Was ist ihr Lebensweg: Karriere, Kinder, Liebe?

Nun ja… Hier komme ich aus einer Generation, die danach nicht groß gefragt wurde. Aber ich hatte das Glück, dass meine verwitwete Mutter aus der DDR in den Westen geflohen ist und ich dann die Möglichkeit hatte, meinen Lebensweg einfach zu gehen. In Mannheim habe ich den Schulabschluss gemacht und dann Germanistik angefangen zu studieren. Dann wurde in Heidelberg aber das Südasien-Institut eröffnet, wo ich promovierte und später als Assistentin war. Dort verliebte ich mich in den Chef, wir heirateten und damit musste ich das Institut verlassen, also den Beamtenstatus aufgeben, weil es damals nicht möglich war, ein Paar am selben Institut zu beschäftigen. Die Jahre danach arbeitete ich ehrenamtlich in einer internationalen Gruppe und bis heute als Geografin in der Erwachsenenbildung. Letzten Mai bin ich erst in dieses Seniorenzentrum hier gezogen. Andere konnten kein Verständnis dafür aufbringen, doch das hat mir Freiräume geschaffen, für die Dinge, die ich besonders gerne mache. 

Ein Höhepunkt in Ihrem Leben?

Die Zeit in der ich ausländische Wissenschaftler betreut habe. Weil ich dort so viele neue Menschen kennengelernt habe. Das habe ich fortgeführt mit meiner Arbeit in der Erwachsenenbildung. Privat war es natürlich die sich entwickelnde Partnerschaft mit meinem Mann und schließlich die Geburt meiner Tochter und dann Enkeltochter!

 

Und welches waren die Tiefpunkte in Ihrem Leben?

Tiefpunkte sind vor allem die Verluste von Menschen, die man sehr liebt. Das war als erstes meine Mutter, die als Witwe mit mir vom Osten in den Westen kam und bei Null angefangen hat. Sie starb 1989. Mein Mann folgte ihr 2005.

 

Bereuen Sie etwas oder würden etwas anders machen?

IMMER! Das liegt daran, dass ich sehr neugierig bin und gern viele Sachen erlebe. Hätte ich den Wunsch frei, würde ich mich freuen, alle 100 Jahre neu geboren zu werden und jedes Leben neu und völlig anders zu gestalten. Nicht weil mein jetziges schlecht wäre - im Gegenteil! Aber einfach, weil es eine tolle Sache wäre!

 

Haben Sie einen Rat für die jüngere Generation?

Bleiben Sie immer neugierig und niemals rechthaberisch! Es bedrückt mich leider sehr, wie rechthaberisch viele sind, und welch groben Umgang sie miteinander haben.

 

Was wünchen Sie sich noch für die Zukunft?

Meine Enkelin so lange wie möglich noch mitzuerleben.

 

Kinder erzählen 

was sie glücklich macht:

 

Experten 

sprechen aus Erfahrung:

Laut einer Studie gibt es drei wesentliche Faktoren, die das Glücklichsein eines Menschen beeinflussen. 50 % sind abhängig von den Genen, 40 % sind bewusste Tätigkeiten und 10% verdanken wir Lebensumständen. Dr. phil. Ernst Fritz-Schubert ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zum Thema Glück undWohlbefinden, leitet das nach ihm benannte Fritz-Schubert-Institut, das Methoden zur Persönlichkeitsstärkung erforscht und entwickelt (und an 10 verschiedenen Standorten im In- und Ausland Weiterbildungen für das Schulfach Glück anbietet).

FAKT:

Kinder lachen im Durchschnitt 300 Mal pro Tag. Erwachsene im Vergleich nur 7 bis 15 Mal

Laut ihm ist Glück für die Psychologen der effektive Teil des subjektiv empfundenen Wohlbefindens. Es sind Hochmomente der Gefühle, die schnell wieder abflachen. Glück ist die Belohnung unseres Tuns und wird zu dessen Motor. Zwar haben Gene den größten Einfluss auf das Wohlbefinden, jedoch ist der Glücksexperte der Meinung, dass Glück sich aus der Qualität unseres Denkens, Sprechens und Tuns speist. 

 

Lebensumstände machen nur einen kleinen Teil von einem glücklichen Leben aus. Dazu zählen Dinge wie das Geschlecht, Alter oder Geld. Tatsache ist zwar, dass wohlhabendere Menschen wirklich etwas glücklicher sind, dies aber anhand des Umfelds festgemacht wird. „In einer Studie war es Harvard-Studenten tatsächlich lieber, nur die Hälfte zu verdienen, solange sie damit immer noch besser verdienten als alle anderen. Wenn also alle anderen ebenfalls reicher werden, steigert das unser Glücksgefühl nicht besonders.“ (Zitat. Buch: Das grosse Glück für Anfänger – In 100 Schritten zum Happy End. Autoren: Bridget Grenville-Cleave, Ilona Boniwell. Seite 15)

Das emotionale Wohlbefinden spielt eine große Rolle bei der Suche nach dem Glück. Die Einstellungen eines Menschen können verbessert werden, indem der Willen vorhanden ist, Denkmuster aufzubrechen.  Zum Beispiel haben Untersuchungen gezeigt, dass Optimismus zu weniger Angst, Depressionen und Kummer führt im Gegensatz zu Menschen, die das Glas „halb leer“ sehen. Nicht zu vergessen, ist das physische Wohlbefinden. Dabei geht es aber nicht nur um die körperliche Fitness eines Menschen, sondern auch die Tatsache, wie gesund man sich fühlt. Daraus lässt sich schließen, dass es unerlässlich ist, sich körperlich zu betätigen, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. 

Beim Glücklichsein ist zudem die Qualität der Beziehungen und nicht die Menge entscheidend. Ein fundamentales Bedürfnis von Menschen ist nämlich das Gefühl irgendwo dazuzugehören. Enge Freunde, die einen akzeptieren, erfüllen unseren Anspruch darauf. Außerdem ist es nicht verwunderlich, dass glückliche Menschen sogar als Freunde begehrter sind. 

 

Der letzte wichtige Punkt ist das Thema Erfüllung. Hierbei geht es um die Sinnfindung und Leistungen im Leben. Ziele zu haben, tragen zum Glücksempfinden bei und erfüllen verschiedene psychologische Grundbedürfnisse. Beispiele für solche Bedürfnisse ist die Freiheit, sich auszusuchen, was man persönlich erreichen möchte (die Autonomie), sich leistungsfähig zu fühlen (die Kompetenz) oder das Leben als geordnet zu empfinden (die Sicherheit).

 

Quellen: 

Buch: Das grosse Glück für Anfänger – In 100 Schritten zum Happy End. Autoren: Bridget Grenville-Cleave, Ilona Boniwell. 1. Auflage: Dezember 2009.

Interview mit Dr. Ernst Fritz-Schubert

 

Im Interview mit Julia Vettermann, Life Coach aus Heidelberg

Über die Bedeutung eines glücklichen Lebens

Für weitere Informationen:

www.lifecoach-hd.de

Finde deine Antwort

30 Leute beantworten Fragen übers Leben

- suche dir aus, welche Antworten du hören möchtest:

 
 

Kann man 

Glücklichsein lernen?

Dr. Phil. Ernst Fritz Schubert erklärt wie psychische Gesundheit erhalten und gestärkt werden kann:

1. Achten Sie auf Ihre Stärken und Ihre psychischen Bedürfnisse nach Freiheit, Geborgenheit und Sinn und versuchen Sie diese in Einklang mit den Herausforderungen des Lebens zu bringen.

 

2. Achten und wertschätzen Sie Ihre Mitmenschen und Umgebung. Stimmen Sie eigene und fremde Bedürfnisse miteinander ab, ohne sich unentwegt anzupassen.

 

3. Bleiben Sie auf der Suche nach dem Sinn, nach den guten Gründen zum Glücklich sein. Entscheidend für das Wohlbefinden ist, dass Sie das, was Sie anpacken, mit Hingabe und Leidenschaft tun. Entwickeln Sie ein Talent für die Herausforderungen des Lebens und lernen Sie die glücklichen Augenblicke zu genießen.

© 2019 by Cara De Oliveira and Team